Occasion kaufen: 8 Punkte, die Sie vor dem Kauf prüfen sollten

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Ein Gebrauchtwagen ist die vernünftigste Art, Auto zu fahren – der grösste Wertverlust ist bereits abgeschrieben. Vorausgesetzt, man erwischt nicht das Fahrzeug, dessen Vorbesitzer die anstehende Reparatur clever weitergereicht hat.

Diese acht Punkte trennen in der Praxis das gute Angebot vom teuren.

1. Die Papiere zuerst

Bevor Sie das Fahrzeug anschauen: Fahrzeugausweis prüfen. Stimmen Fahrgestellnummer, Erstinverkehrsetzung und die eingetragene Reifengrösse mit dem überein, was vor Ihnen steht?

Wichtig ist auch die Zahl der Halter und wann die letzte Prüfung stattfand. Ein Fahrzeug, das kurz vor der nächsten MFK steht, ist nicht automatisch schlecht – aber Sie sollten es beim Preis berücksichtigen.

2. Serviceheft und Rechnungen

Der aussagekräftigste Teil des ganzen Kaufs. Ein lückenloses Serviceheft zeigt nicht nur, dass gewartet wurde, sondern auch wo und wie regelmässig.

Achten Sie auf die grossen Positionen: Zahnriemenwechsel bei Motoren, die einen haben. Kupplung. Getriebeölwechsel bei Automaten. Bremsflüssigkeit. Wenn diese Punkte laut Herstellerintervall fällig wären, aber nirgends dokumentiert sind, gehören sie in die Preisverhandlung – ein Zahnriemenwechsel ist kein Kleinbetrag.

Fehlt das Serviceheft ganz, ist das ein Warnsignal. Nicht zwingend ein Ausschlusskriterium, aber ein Grund, genauer hinzuschauen.

3. Rost an den richtigen Stellen

Oberflächenrost an einer Auspuffhalterung ist Kosmetik. Rost an tragenden Teilen ist ein anderes Thema.

Schauen Sie sich Schweller, Radläufe, Federbeindome, Bremsleitungen und den Unterboden an. In der Schweiz kommt dazu: Fahrzeuge, die viele Winter auf gesalzenen Strassen verbracht haben, altern anders als solche aus schneearmen Regionen.

Ein Fahrzeug auf der Hebebühne zeigt in fünf Minuten mehr als eine Stunde auf dem Parkplatz.

4. Unfallschäden erkennen

Nicht jeder Unfallschaden ist ein Problem – ein fachgerecht reparierter Blechschaden ist kein Grund zur Sorge. Ein unsauber gerichteter Rahmenschaden schon.

Worauf Sie achten können: unterschiedliche Spaltmasse zwischen Türen, Hauben und Kotflügeln. Farbunterschiede im Streiflicht. Überlackierte Dichtungen. Neue Schrauben an Kotflügeln oder Scharnieren. Eine Lackschichtdicke, die an einzelnen Teilen deutlich abweicht.

Fragen Sie direkt nach Unfallschäden. Die Antwort und die Art, wie sie kommt, sagen einiges.

5. Die Probefahrt richtig nutzen

Zehn Minuten um den Block reichen nicht. Nehmen Sie sich mindestens eine halbe Stunde und fahren Sie unterschiedliche Streckenprofile – Ortschaft, Landstrasse, wenn möglich Autobahn.

Worauf Sie achten:

  • Kaltstart — starten Sie das Fahrzeug selbst, kalt. Ein warmgelaufener Motor verbirgt vieles.

  • Bremsen — zieht das Fahrzeug zur Seite? Vibriert das Pedal?

  • Lenkung — Spiel in der Mittellage, Geräusche beim Einschlagen

  • Getriebe — bei Automaten: ruckfreie Schaltvorgänge, keine Verzögerung beim Einlegen

  • Fahrwerk — Poltern über Querfugen deutet auf ausgeschlagene Buchsen oder Koppelstangen

  • Klimaanlage — kühlt sie wirklich? Reparaturen sind teuer und werden gern verschwiegen

Fahren Sie einen Abschnitt ohne Radio und mit geschlossenen Fenstern. Geräusche sind oft der erste Hinweis.

6. Elektronik durchgehen

Moderne Fahrzeuge haben viel, was kaputtgehen kann. Gehen Sie systematisch durch: alle Fensterheber, Spiegelverstellung, Sitzheizung, Klimaautomatik, Infotainment, Rückfahrkamera, Parksensoren, sämtliche Leuchten.

Kontrollleuchten im Cockpit müssen nach dem Start ausgehen. Eine Motorkontrollleuchte oder eine dauerhafte Airbag-Warnung ist ein handfestes Thema und kein Detail.

7. Fahrzeug unabhängig prüfen lassen

Der wichtigste Punkt der Liste. Eine Fachprüfung durch eine neutrale Werkstatt kostet einen überschaubaren Betrag und ist die beste Investition beim Occasionskauf.

Ein Fachmann sieht auf der Hebebühne und über die Diagnose in kurzer Zeit Dinge, die auch aufmerksamen Laien entgehen – Fehlerspeichereinträge, beginnende Undichtigkeiten, Bremsenzustand, Reparaturqualität.

Ein Verkäufer, der eine unabhängige Prüfung ablehnt, hat einen Grund dafür. Das allein ist schon eine Antwort.

8. Kaufvertrag und Gewährleistung

Prüfen Sie, wer verkauft. Beim Privatverkauf wird die Gewährleistung fast immer ausgeschlossen – Sie tragen das Risiko ab Übergabe. Beim Händler gelten die gesetzlichen Regeln des Obligationenrechts; die Fristen können vertraglich verkürzt werden, weshalb sich ein Blick in den Vertrag lohnt.

Nutzen Sie einen ordentlichen Kaufvertrag, etwa die Muster von TCS oder AGVS. Alles Mündliche gehört schriftlich in den Vertrag – Zusagen zu Reparaturen, mitgelieferte Teile, zweiter Radsatz, Zeitpunkt der Übergabe.

Die zwei Fragen, die am meisten bringen

«Warum verkaufen Sie das Fahrzeug?» — Die Antwort und die Reaktion darauf sagen oft mehr als die Beschreibung im Inserat.

«Was müsste in den nächsten zwölf Monaten gemacht werden?» — Ein ehrlicher Verkäufer hat darauf eine Antwort. Ein «nichts» bei einem Fahrzeug mit 140'000 Kilometern ist keine.


Occasionen bei ASPERA

Jedes Fahrzeug von uns geprüft, aufbereitet und ehrlich beschrieben – inklusive der Punkte, die nicht perfekt sind. Auf Wunsch mit ASPERA+ Garantie ab CHF 397.– im Jahr.


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